Für die Kinder ist die Reise eine sehr wertvolle Zeit in der sie viel Erleben und in der sie sich sehr weiterentwickeln, wie das ja auch so ist in diesem Alter. Sie sind sehr viel draußen in der Natur, unter freiem Himmel, wodurch sie einen tollen Bezug zur naturellen Umwelt bekommen. Egal ob wir kurz zum Essen anhalten oder für längere Zeit auf einem Campingplatz sind, grundsätzlich geht es für beide Kinder erstmal raus, die Umgebung erkunden und etwas zum Spielen suchen. Da gibt es Holz mit dem man kleine Häuser oder Haufen bauen kann, woraus Werkzeuge zum „Sägen“ und „Schneiden“ gebaut werden. Oder Blätter mit denen gekocht und gebacken wird, Steine groß und klein sind auch immer wieder ein Highlight. Was allerdings immer noch der Favorit ist und irgendwie wohl nie langweilig wird ist das Duplo! Jannis baut fantastische Fahrzeuge und Häuser, Luis baut Türme und Skulpturen. Das können nur Kinder, aus drei Händen voll Duplo immer wieder verschiedenste neue Dinge bauen und erfinden. Natürlich ist der Wasserspaß auch ganz weit oben in der Aktionsliste. Sei es am Wasserhahn am Campingplatz, oder an Flüssen, Seen oder am Meer, was jetzt in Neuseeland aufgrund der kühleren Temperaturen, etwas nachgelassen hat.. Meistens sind sie ein gutes Team, können prima zusammen spielen. Jannis nimmt Luis dann auch mal an die Hand und die beiden gehen auf Erkundungsreise. Natürlich gibt es auch Geschrei, wenn Luis mal wieder unwissend Jannis Duplofigur zerstört hat und dann vom Großen gut in die Mangel genommen wird. Jannis hat es auch schon drauf mit Luis zu schimpfen, „NEIN, DASS DAAARFST DU NICHT!“ Wenn dies zu laut und zu streng wird, fängt Luis auf der Stelle an, bitterlich zu weinen. Vom Großen kann Luis aber viel lernen, folgt ihm meistens auf Schritt und Tritt und möchte alles machen was der Große auch macht. Das findet Jannis gar nicht so schlecht, sagt immer: „Das habe ich dem Luis beigebracht.“ Also man muss sagen die beiden sind echt ein gutes Team und machen ihr Ding, manchmal auch stundenlang alleine, dass die Eltern auch mal was Zeit fuer sich haben. Wir sind sehr froh, dass die beiden so viel und so gerne draußen spielen, die Natur erkunden und dabei immer einen heiden Spaß haben. Was gibt es besseres für Kinder.
Was sehr wichtig ist für die Kinder ist ein guter Rhythmus und bekannte Rituale. So wird morgens nach dem Aufstehen und Anziehen erstmal mim Papa draußen gefrühstückt. Bei der Zubereitung sind beide hell wach dabei und entscheiden was heute so ins Müsli rein kommt. Egal ob wir mehrere Tage an einem Ort sind oder wie und wann wir unterwegs sind, Mittag wird angehalten und eine gute Mahlzeit gekocht. Hier genießen die Kinder die Pause nutzen die Kochzeit zum Spielen. Wenn möglich verbringen wir diese Zeit auch gerne auf Spielplätzen. Abends muss der Bus Organisiert werden, d.h. Kindersitze raus, Sitzbank umklappen Bett aufbauen. Das übernimmt meistens die Mama, während der Papa mit den Kiddis das Abendmüsli isst. Beide zusammen einschlafen, geht leider nicht, dann halten sie sich gegenseitig wach. Deshalb schläft Luis zuerst im Bus ein und Jannis und Papa drehen noch eine Runde um den Block oder zum Meer … bis das Seitenfenster am Bus auf ist, das Zeichen das Nr. 1 schläft und Nr. 2 jetzt dran ist. Die Kinder kennen Ihre Rituale, sie kennen den Bus, das ist wie ein zuhause für sie auch wenn wir ständig unterwegs sind.
Jannis:
Jannis ist der Klettermeister. Es ist sehr angenehm, dass man ihn mittlerweile alleine auf dem Spielplatz lassen kann. Da macht er sicher seine Kletteraktionen. Er ist sehr selbstständig. Auf dem Campingplatz zeigt man ihm einmal wo die Toilette ist, danach geht er dort alleine Pipi machen, manchmal sogar unaufgefordert. In die Hose macht er fast gar nicht mehr. Seine Neurodermitis war zwischenzeitlich ganz verschwunden, kommt jetzt hier in Neuseeland, wo es wieder etwas kälter ist aber immer mal an kleinen Stellen wieder. Er ist sehr offen zu anderen Menschen, geht über den Campingplatz und sucht Deutsche mit denen er was erzählen kann. Wenn wir ihn dann nach einer halben Stunde da abholen, weil wir denken es könnte die Leute stören (was eigentlich noch nie der Fall war) sind die Leute bestens über unser Privatleben und die 6 monatige Reise informiert. Er ist sehr optimistisch, hat immer eine gute Idee. „Wenn es da regnet, dann bauen wir einfach die Plane auf!“ Oder, „Wenn das Schiff dann schon abgefahren ist, nehmen wir einfach das nächste!“ Das erstaunt und erfreut uns immer wieder!
Manchmal denkt er an die Heimat, erzählt von seinem Freund Robert und von seinem „alten“ Kindergarten. Er weiß, dass die Zeit in Heiningen vorbei ist und dass wir dann nach Kalenborn ziehen. Besonders sein Traktor zieht ihn zurück in die Heimat. Das bringt manchmal was Heimweh, ist aber eher die Ausnahme und keine Schwierigkeit, eher der Bezug zur Heimat. Im Straßenverkehr in Städten und Geschäften, klappts immer recht gut. Er bleibt bei uns und wir hatten noch keine bränzlichen Situationen. Manchmal ist er was Aufgedreht, zieht sich nicht alleine um, schmeißt Duplo durchs Auto oder auf seinen kleinen Bruder. Das ist natürlich manchmal was nervenaufreibend aber schon ok. Sein Wortschatz erweitert er ständig, fragt nach was dies und das was ernst, gigantisch, Wortspiel, Camper, … heißt. Englisch lernt er auch immer wieder ein paar Brocken dazu, Farben und bis 10 zählen ist kein Thema mehr und ein paar Sätze wie Name Alter und Herkunft sind auch eingefleischt.
Luis:
Luis macht einen ganz großen Schritt nach vorne hier auf Reisen. Er kann mittlerweile super sicher laufen und fängt an schnell zu rennen. Das Ganze sehr oft barfuss, was ihm auch auf Steinen nichts ausmacht. Da wir viel draußen und auf Spielplätzen sind und sein großer Bruder ihn oft mitnimmt, kann er sehr gut klettern, kommt auch auf dem Spielplatz für große recht gut zurecht, manchmal zum Schreck der Eltern, die dann eher Bange haben wieder hinrennen müssen, wenn er die hohen Leitern erklimmt. Also körperlich ist er ganz weit vorne. Das Sprechen klappt dafür nicht so gut. Ein Mama bringt er raus, das kann allerdings alles bedeuten von Essen über Papa bis zu Mama. Wie die Vögel machen weiß er auch schon und brabbeln mit Gesang funktioniert auch, das Sprechen fehlt allerdings noch ein wenig. Dafür drückt er sich sehr stark über die Körpersprache aus, er kann das Gesicht und den Mund verziehen, das ist Wahnsinn. Und auch sonst kommt er mit Zeigen und mit Gestik meistens an sein Ziel. Das Bringen der leeren Flasche heißt er hat durst. Das starke Klopfen auf die Apfelsaftflasche heißt, dass Apfelsaft mit ins Fläschchen soll… Nicht immer so einfach, wenn man seine Zeichen nicht ganz versteht und er dann wie am Spieß schreit, wenn ihm was nicht passt. Z.B. der falsche Verschluss auf dem Fläschchen oder ein kleiner Fehler im Abschnallprozess haben uns schon halbstündige Schrei und Weinaktionen gekostet. Essen kann er mittlerweile recht selbstständig, auch wenn immer einer von uns mit einem zweiten Löffel daneben sitzt und den Mund abstreicht. Er ist ein prima Esser, lässt keine Gelegenheit aus, das zu bekommen was die Eltern gerade essen oder naschen. Oft erwischen wir ihn auch an der Cornflakes Verpackung mit vollem Mund. Grundsätzlich muss er das machen, was der Jannis macht. Z.B. muss er wenn er es mitbekommt, dass Jannis auf die Toilette geht, unbedingt mit. Er muss sich dann auch draufsetzen und auch die Hände abwaschen. Und wehe wenn nicht, dann wird er aber sauer. Er hat seinen Rhythmus hier auf Reisen gefunden. Meistens starten wir Morgens um zehn mim Bus los. Dann schläft er gerne von elf bis eins und wacht pünktlich zum Mittagessen auf. Wenn wir irgendwo mehrere Tage sind, drehen wir um diese Zeit eine Runde mim Buggy zum Einschlafen. Er ist meist sehr fröhlich, kann Lachen wie ein Weltmeister, was auch andere Menschen immer wieder erfreut, auch wenn er ihnen zuwinkt, was er auch sehr oft macht.
Wir denken das Reisen und vor allem die viele Zeit draußen tut den Kindern sehr gut. Für sie ist die Reise anscheinend auch ganz normal, meckern, dass es kein Fernseher oder kein Kinderzimmer, keine Wohnzimmercouch gibt…, tun sie nicht. In dem Alter kennen sie ja auch noch nicht so viel, da kommts wie es kommt. So klappt das Reisen mit den Kindern wirklich sehr gut. Anscheinend sind wir zu viert in unserm Van aber ein Unikat. Leute, die mit Kindern Reisen trifft man dann doch eher seltener. Wenn, sind sie kurze Zeit unterwegs und meist mit einem großen Wohnmobil mit Küche, Dusche und WC. Wobei wir auch Franzosen mit 2 jährigem Kind getroffen haben die zu Fuß mit Rucksack und Zelt unterwegs waren. Eine andere Familie aus Deutschland war mit zwei Kindern im Kombi 3 Monate im Bed and Breakfast Stil unterwegs. Es gibt viele Möglichkeiten mit Kindern zu Reisen, und wenn wir selten mal neidisch auf die großen Luxuscamper schauen, sind wir froh mit unserm Van mit selbst gezimmertem Bett und Schränken unterwegs zu sein und die Reise auf diesem wunderbaren, mobilen und doch häuslichen Wege zu erleben.
DANKE
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